Femina

Die Frau. Der Feminismus. Stellt man sich die Frage nach Gleichberechtigung in der heutigen Zeit, stößt man vermehrt auf immer wieder ähnlich klingende Aussagen. Der empörte Ausruf „Aber wir haben doch eine Bundeskanzlerin!“ gilt als Ausrede um nicht tatsächlich über einen feministischen Kontext nachdenken zu müssen. Sich keine Fragen stellen zu müssen. Und nicht an die real existierende Gleichberechtigung denken zu müssen. Schließlich scheint die Welt da draussen in den Köpfen vieler Frauen und Männer durchaus gleichgestellt zu sein. „Nein!“ sind einige Frauen und Männer der Meinung und wollen damit sagen, dass es sie noch gibt, die Feminist_innen der heutigen Zeit, die für die Frauenrechte und partiell auch für die Männerrechte einstehen wollen. Losgelöst vom Kampf der 70er Jahre.  

Die folgende Serie beschäftigt sich mit diesen Frauen und Männer. Mit deren Aussagen, Meinungen und visuellen Charakteren.

- Kathy Meßmer

"Und Du hast beim Feminismus eben auch diese vielen verschiedenen Strömungen. Du hast den Differenz-Feminismus, die queer-people, du hast den Gleichheits-Feminismus, die Ausläufer und Wiederanhänger der second-wave Bewegung, Du hast die sogenannte third-wave Bewegung und diese ganzen neuen Alphamädchen. Und die streiten alle irgendwie fürs Gleiche und doch aber alle anders. Und damit sind sie aber genauso wie jede andere politische Bewegung da draussen, sie haben ein gemeinsames Anliegen – und das ist aber meistens nicht mehr als der kleinste gemeinsame Nenner."

- Julia Brummert

"Ich finde das auch eine schöne Form von Feminismus. Es ist schade, dass viele Menschen sagen: Wie, Du bezeichnest dich irgendwie selber als Feministin und dann schminkst Du dich? Und dann legst Du Wert darauf, dass deine Haare gut aussehen? [...] Viele klammern das total aus. Mädchen sein und Frau sein und Feminsitin sein geht für viele nicht unter einen Hut. [...] Solange man sich bewusst ist, dass man zum Teil bestimmte Muster reproduziert, die dann aber auch durchbrechen kann – aber nicht muss, ist doch alles in Ordnung."

- Lena Herrmann

"Also es gab schon so einen Punkt, mit neunzehn oder zwanzig als ich dann angefangen habe feministische Bücher zu lesen und auch Auseinandersetzungen hatte... die man halt auch erst hat wenn man dann in Beziehungen ist und dann was doof läuft und man merkt, dass das nicht nur mein privates Problem ist, sondern dass es irgendwie ganz vielen so geht. Dass es nicht nur Pech ist, sondern dass es dafür praktisch auch Bezeichnungen für gibt. [...] Und dass da Leute schon vor dreißig Jahren Bücher drüber geschrieben haben."

- Barbara Kempkens

"Feminismus ist für mich auch die Kommunikation von unserem Geschlecht untereinander. Die stimmt auch noch nicht. [...] Da müssen wir noch ganz schön arbeiten. [...] Wir müssen lernen miteinander offen zu reden – ohne Wertung. Also mir ist noch immer zuviel gewertet. Wo kommt sie her... was hat sie an... wie sieht sie aus... ?"

- Christian Fischer

In einem Wochenendseminar hatte ich aber mal mit einem Freund zusammen die Protokolle einfach auf die weibliche Form umgeschrieben, und die männliche außen vor gelassen. Natürlich auch mit diesem Einleitungs-Proforma-Satz: „In diesem Protokoll wird durchgängig die weibliche Form verwendet, natürlich soll sich dadurch niemand diskriminiert fühlen.“ Bla, bla. Wir verwendeten also durchgängig die weibliche Form und traten damit eine unsagbare Welle aus Empörung und Provokationsrufen der Herren los. Und wir dachten uns dabei nur: Mh, Treffer, ne?“

Femina | Freie Arbeit Fotografin Frankfurt

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